Turnkinder sind im Aufschwung

Manches wirkt einfach, anderes halsbrecherisch. Wenn Sofia, Talissa, Valentina und fünf weitere Turnkinder anlaufen, auf ein Sprungbrett springen und im Handstand auf einer dicken Matte landen, um dann sanft abzurollen, hat das schon artistische Qualitäten. Dagegen scheint der einfache Strecksprung simpel. Aber auch der will akkurat und in guter Haltung durchgeführt sein, um Pluspunkte zu sammeln.

Sprung, Boden, Reck, Parallelbarren, Mini-Trampolin und Schwebebalken hießen die Geräte, die rund 200 Kinder Ende Februar in der Sporthalle des Turnvereins Sindlingen (TVS) vorfanden. Der größte Sindlinger Verein richtete zum zweiten Mal nach 2015 das Hallenkinderturnfest der Turnjugend im Turngau Frankfurt aus. Turnkinder aus acht Vereinen, die meisten zwischen acht und zehn Jahre alt, zeigten Sprünge und Schwünge, Rollen vor- und rückwärts, Kehren, Handstände und Saltos. Der Schwierigkeitsgrad reichte von einfach bis anspruchsvoll. Alle Übungen entsprachen Pflichtaufgaben bei Turnwettkämpfen. Aber anders als beim Gaukinderturnfest geht es beim Hallenkinderturnfest nicht um Leistung und Qualifikationen, sondern vor allem um Spaß und darum, „dem Nachwuchs Appetit auf Wettkämpfe zu machen“, sagt Michael Sittig, Vorsitzender des TVS.

An jeder Station bewerteten Kampfrichter die Übungen. Eine von ihnen war Netta Fay, hauptamtliche Trainerin bei der TG Höchst und Organisatorin des Turnfests bei der Turnjugend. Die Trainer der einzelnen Kindergruppen reichten ihr Laufzettel, auf denen sie die Bewertungen notieren konnte. Anders als in einem Qualifikationswettkampf der Leistungsturner blieb hier aber Raum für Anregungen und Verbesserungen. „Kannst Du auch einen Aufschwung?“, fragt Netta Fay Valentina; die Elfjährige hat Aufzug, Rückschwung und Unterschwung am Reck gezeigt, kann aber auch die anspruchsvollere Übung. „Dafür gibt es mehr Punkte“, sagt die Kampfrichterin, und das motiviert.

Die Kinder durften vier der sechs Geräte auswählen und dort jeweils drei Elemente vorführen. Die mit acht Kinder kleinen Sindlinger Truppe beispielsweise wählten am Trampolin die Folge Grätschsprung, Hocksprung und Strecksprung mit einer vollen Umdrehung. Sie waren mit ihrer Trainerin Tana Onochie auch am Boden, am Reck und am Sprung aktiv. Am Ende werden die höchsten Punktzahlen gewertet.

Die TG Höchst beteiligte sich mit 70 Kindern, die TG Zeilsheim mit 36. TSV Bonames, SG Enkheim, TSG Fechenheim, Turnerschaft Griesheim und FTG waren ebenfalls vertreten. Begrüßt wurden sie von Netta Fay sowie den Zumba-Kids des TVS, die erst vortanzten und dann zum Mitmachen aufforderten – was den Turnkindern nicht schwerfiel. Anschließend ging’s an die Geräte. Um Wartezeiten zu überbrücken, war in einer Hallenecke ein Spielparcours aufgebaut, in Foyer und Mehrzweckraum servierten Helfer aus den verschiedenen Abteilungen des Turnvereins Kaffee, Kuchen, Getränke und kleine Speisen. Erdal Cavdar, Betreiber des Sindlinger Nahkauf-Markts, hatte zudem großzügig Wasser und Obst für alle Kinder gespendet. Das Turnfest war für mehrere junge Leute Teil ihrer Ausbildung zum Übungsleiter-Assistenten.

Am Ende ließen die Trainer ihre Schützlinge nochmal Aufstellung im Foyer nehmen. Zum Abschluss des Turntags liefen alle Kinder hinter dem Schild ihres jeweiligen Vereins in die Halle ein und tanzten gemeinsam den Kinderturntanz 2020. Danach überreichte der Vorstand der Turnjugend den Trainern Umschläge mit Urkunden und Geschenke für alle Teilnehmer.hn

Ein richtiges Gewusel herrschte in der TVS-Sporthalle

Netta Fay macht es vor und alle tanzen mit
Für die Pausen war ein Spielparcour aufgebaut
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Wie Golf, nur mit Frisbee-Scheiben

Disc Golf-Spieler gründen eigene Abteilung – Spielort Mainufer

Etwa 70 Disc Golf-Anlagen gibt es in Deutschland. Wenn es nach den Sportlern geht, soll demnächst eine in Sindlingen dazu kommen. „Wir wollen gerne eine Anlage am Mainufer etablieren“, erklären Jürgen Weidner und Michael Sittig.

Disc Golf ist Golf mit Frisbee-Scheiben. Die Spieler spazieren wie beim normalen Golf durchs Grüne und versuchen, bestimmte Ziele zu treffen. Das sind keine Löcher im „Putting Green“, sondern knapp einen Meter hohe Körbe mit Metallketten. Die Ketten sollen den Flug der Scheiben bremsen. Die Spieler beginnen an einem vorgegebenen Abwurfpunkt, versuchen sich dem 60 bis 200 Meter entfernten Korb wurfweise zu nähern und die Scheibe schließlich in den Korb zu werfen, und zwar mit so wenig Würfen wie möglich.

„Es gibt einen festen Ablauf, Spielbahnen und ein Ziel“, erklärt Jürgen Weidner. Er betreibt den Sport seit zweieinhalb Jahren. Disc Golf kommt aus den USA und findet auch hierzulande seine Liebhaber, wie ein Blick in den Videokanal „Youtube“ zeigt. „Es macht einfach Spaß, und es ist ein Sport, den Junge und Alte gemeinsam ausüben können“, sagt der Sindlinger. Vor zwei Jahren schloss er sich den „Scheibensuchern Rüsselsheim“ an. Im dortigen Ostpark steht bereits eine Disc Golf-Anlage mit 21 Bahnen. „Ich habe auch immer mal in Sindlingen am Main trainiert“, berichtet Weidner. Dabei dienten ihm Metallpfosten oder Bäume als Zielmarken. „Eigentlich ist das Mainufer ein ideales Gelände für fest installierte Bahnen“, findet er. Weidner sprach beim Turnverein Sindlingen vor, um auszuloten, ob dort Interesse am Disc Golf bestünde. Der Vorstand schlug ihm vor, eine eigene Abteilung dafür zu gründen.

Gesagt, getan. Nun soll ein Antrag bei der Stadt gestellt werden, um die Anlage am Ufer zwischen Mainberg und Klärwerk zu genehmigen und vielleicht auch Zuschüsse zur Anschaffung der Körbe zu bekommen. Sie dürften das Teuerste an dem Sport sein. „Es ist eine sehr günstige Sportart mit niedrigen Einstiegskosten“, sagt Jürgen Weidner: „Man braucht eine Scheibe und ein paar festere Schuhe.“ Wer will, nutzt mehrere Scheiben: einen „Putter“ für kurze Distanzen, eine Annäherungsscheibe und einen „Driver“ für weite Würfe.

Und wie es das mit der Sicherheit? Am Mainufer tummeln sich bei schönem Wetter Spaziergänger, Radfahrer, Gassigeher, Jogger, Hundetrainer, Silent-Zumba-Tänzer, Nordic-Walker und Reiter zum Beispiel. Und dann noch fliegende Scheiben? „Wir spielen natürlich nur, wenn die Bahn sicher und frei ist. Das ist Vorgabe und Standard“, versichert Jürgen Weidner.

Wie Disc Golf funktioniert, wollen er und seine Mitstreiter beim Familientag des Turnvereins am Samstag, 6. Juni, an der TVS-Sporthalle (Mockstädter Straße) vorstellen. Mit Hilfe mobiler Körbe soll es ein kleines Turnier geben. Ein weiteres soll im Sommer folgen, „um Disc Golf publik zu machen“, kündigt er an

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Scheibe im Zielanflug: Jürgen Weidner zeigt, wie Disc Golf funktioniert.Foto: Michael Sittig

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Fitness und Kraftworkout neu beim TVS

Wer mit der eigenen Fitness unzufrieden ist und sich mehr Power wünscht, kann das zukünftig im Turnverein Sindlingen 1875 e.V. angehen. Beim „Fitness und Kraftworkout“ wird der Körper mit gezielten Übungen geformt und die Muskulatur gestärkt. Insbesondere wird in den intensiven Hit Übungen die Koordination, Geschwindigkeit, Kraftausdauer sowie Flexibilität verbessert. Das Programm enthält Übungen mit Kettlebells, Steppern, Therabändern und TRX. Gordon Uebing, Fitnesscoach und Personaltrainer, kündigt u.a. explosive Kasten-Aufsprünge, unterschiedliche Kniebeugen, Liegestütze, Burpees und Mountain Climber an. Das neue Angebot des TV-Sindlingen findet in Kooperation mit dem Kanu-Club Kapitän Romer 1932 e.V. Sindlingen (KCR) statt und richtet sich sowohl an die Mitglieder beider Vereine als auch Nicht-Vereinsmitglieder. Schnuppern ist ausdrücklich erwünscht. Start für die neue Power-Stunde ist der 17. Oktober, Trainingszeiten sind donnerstags 20.30 – 21.30 Uhr in der Sporthalle des TVS (OG), Mockstädterstr. 12.

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Beim Fitboxen ändern sich die Trainingszeiten

Beim Fitboxen ändern sich die Trainingszeiten

Fit machen für den Alltag, mit Lust an Bewegung gerade in der dunklen Jahreszeit. Da ist Fitboxen ideal. Und wer nun beim Boxen an Gewalt denkt, kann beruhigt werden. Beim Fitboxen hat man keinen Sparring-Partner, nie wird jemand geschlagen. Verwendet werden dagegen Trainingselemente aus dem Boxtraining. Das abwechslungsreiche Training verhilft zu Ausdauer, Kraft und Körperbeherrschung. Wer nun Lust bekommen hat, ist eingeladen sich einmal selbst einen Eindruck zu verschaffen. Beim TV-Sindlingen gilt die Regel: Einfach mal reinschnuppern. Nichtvereinsmitglieder können drei Mal kostenfrei und probeweise trainieren. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig.
Die bisherigen Trainingszeiten wurden um eine Stunde nach vorne verlegt. Unter der bewährten Leitung von Tobias Peisker findet Fitboxen seit Montag, den 11.11.2019 bereits um 19.30 in der Sporthalle des TVS, Mockstädterstr. 12. statt.

Eine Übersicht alle Angebote der Abteilung Fitness & Gesundheit gibt es unter: www.tv-sindlingen.de/Abteilungen/Fitness+Gesundheit

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Aktiv bis ins hohe Alter

Sie halten sich fit – bei Aktiv-bis-100

Auch Bewegung im Sitzen gilt als Sport

Ist Sport im Sitzen Sport? Ja, ganz klar, sagt Lydia Karell. Alles, was Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und/oder Koordination fördert, gilt als Sport, erklärt die Übungsleiterin, die beim Turnverein Sindlingen Sportstunden für Hochbetagte anbietet.

Übungsleiterin Lydia Karell hält ihr Gruppe fit

 Gezieltes Tun für einen der genannten Sektoren ist Sport. Dauerlauf ist Sport. Gassigehen ist Sport. Spazierengehen ist Sport. Und selbstverständlich sind auch die Gymnastikrunden „Aktiv-bis-100“ und „Fit bis 100“ Sport.

Unterschiedlich sind nur die Ansprüche und Möglichkeiten. „Gesunde Menschen ohne körperliche Einschränkungen machen keinen Sitzsport. Wir sitzen eh zuviel“, sagt Lydia Karell. Aber für alle, die es im Stehen nicht mehr können, seien die Kurse ein klasse Angebot. Den Muskeln ist es letztlich gleich, ob sie im Stehen, Sitzen, Laufen oder Liegen gefordert werden.

Entscheidend ist, dass sie gefordert werden. Zum Beispiel die Muskelkraft. Im Sitzsport geht es nicht ums Heben möglichst schwerer Hanteln, sondern etwa darum, die Beine gerade oder gebeugt zu heben. „Training für die vordere Oberschenkelmuskulatur ist wichtig und Pflicht in jeder Stunde“, sagt Lydia Karell: „Diese Muskeln brauchen wir fürs Aufstehen und Gehen, fürs Hochkommen und Treppensteigen.“ Auch die Beweglichkeit lässt sich im Sitzen stärken. Die Teilnehmer drehen und biegen den Oberkörper in alle Richtungen, was Wirbelsäule und Schultern guttut, oder kreisen mit einem Bein, um das Hüftgelenk zu mobilisieren. „Hierbei geht es darum, den Bewegungsradius zu erhalten oder auch erst wieder aufzubauen“, erklärt die Übungsleiterin. Aber wie sieht ein Ausdauertraining im Sitzen aus? „Wir gehen zum Beispiel im Sitzen auf der Stelle und machen dazu Armbewegungen wie beim Walking“, nennt Lydia Karell ein Beispiel: „Der Puls geht hoch, Herz und Kreislauf werden angeregt. Das ist für die Zielgruppe Ausdauertraining.“ Schnelligkeit dagegen lässt sich im Sitzen nur bedingt fördern. „Wir können im Sitzen schneller gehen oder rasche kleine Trippelbewegungen mit den Füßen machen“, sagt sie. Jedoch sei Schnelligkeit, ähnlich wie im Reha-Sport, nicht das Ziel.

Wesentlich wichtiger ist die Koordination .Dabei werden verschiedene Fertigkeiten miteinander kombiniert: Arme und Beine gegengleich bewegen, das Gleichgewicht bei Rotationsübungen halten, mit verschiedenen Materialien wie Bällen oder Tüchern umgehen, reagieren, wie etwa bei einem Wurfspiel, und als Gruppe gleich agieren, also darauf achten, was die anderen tun, und sich ins große Ganze einfügen. „Hier geht es immer um die Steuerung durch das Gehirn. Es gibt die Impulse an die Muskeln weiter. Man könnte die Koordination also auch als Gehirntraining bezeichnen“, sagt Lydia Karell: „Ist ja auch logisch: Ohne Steuerungszentrale nutzt der beste Körper nichts.“

Die regelmäßige Teilnahme an den Übungsstunden sei der beste Weg, lange gesund und fit zu bleiben. „Ärgerlich finde ich es, wenn andere, die nichts machen, sich über den Sitzsport lustig machen“, sagt Lydia Karell: „Das ist schade.“ Die Damen und Herren 70 plus, die jede Woche mitmachen, wissen es besser. Sie empfänden die Übungen teilweise als anstrengend, für sie seien sie gleichermaßen Sport und Gemeinschaftserlebnis. Denn selbstverständlich lachen sie viel miteinander, unterhalten sich, nehmen Anteil am Leben der Anderen. „Ich fühle mich insgesamt besser“, „ich habe weniger Schmerzen“, „ich kann leichter aufstehen“ seien nur einige der positiven Rückmeldungen.

„Sport kann hier wie eine Wunderpille wirken“, bestätigt Dr. Renate Ahlers-Zimmermann. Die Allgemein- und Sportmedizinerin begleitet die Herzsportgruppe im Turnverein und rät jedem dazu, täglich wenigstens 30 Minuten oder mehr etwas für die allgemeine Ausdauer zu tun – je nach seinen Fähigkeiten. Wie beim Sport im Sitzen sinkt dadurch der Sauerstoffbedarf des Herzens, beugen die Aktiven Rhythmusstörungen und Bluthochdruck vor, verbessern sich die Fließeigenschaften des Blutes und der Stoffwechsel und vermindert sich die Entwicklung von Arteriosklerosen, nennt sie einige Aspekte: „Und das in jedem Alter und ohne Nebenwirkungen!“ hn

Dr. Renate Ahlers-.Zimmermann

Der Turnverein Sindlingen bietet ein breit gefächertes Angebot an Sportstunden für die Bedürfnisse von Senioren. Freitags von 9 bis 10 Uhr übt die Gruppe „Fit ab 60“. Die Teilnehmer haben alle früher schon Sport getrieben. Von 10.15 bis 11.15 Uhr trifft sich die Gruppe „Aktiv bis 100“ zum Sitzsport. Danach, von 11.30 bis 12.30 Uhr, gibt es in der zweiten Gruppe „Aktiv bis 100“ eine Mischung aus Übungen im Sitzen und Stehen. Zur Zeit trainieren die Gruppen, die alle von Lydia Karell geleitet werden, im katholischen Gemeindehaus St. Dionysius, Huthmacherstraße 21. Sobald das Turnerheim an der Farbenstraße 85j wieder zugänglich ist, werden sie dort weitermachen. Weitere Informationen zu den Angeboten gibt es im Internet auf der Seite www.tv-sindlingen.de sowie in der Geschäftsstelle in der Mockstädter Straße 12. Sie ist montags von 17.30 bis 19 Uhr geöffnet und unter der Telefonnummer 069 45 09 01 92 zu erreichen.

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Prof. Dr. Hans Brunnhöfer verstorben

Der lebenslang für seinen Sport engagierte Handballer litt schon seit Jahren an einer Krebserkrankung. Der Kämpfer gab nie auf, fand immer wieder Kraft in der Familie und durch die Freunde im Turnverein. Er verpasste kaum ein Heimspiel der Herren, unterstützte den TVS zeitlebens in verschiedensten Funktionen wie Spieler, Schiedsrichter, Abteilungsleiter, Klassenleiter, Vereinsvorsitzender.

Vor einem Jahr erst gab er wiederstrebend die Position des zweiten Vorsitzenden auf. Die Krankheit zwang ihn dazu. Der TVS ernannte ihn dann zum Dank fürs lebenslange Engagement zum Ehrenvorsitzenden. Andere Auszeichnungen wie Ehrennadeln von Verein und Verband sowie den Ehrenbrief des Landes Hessen hat er schon früher erhalten.

Hans Brunnhöfer begann 1960 mit Feldhandball, spielte erste und zweite Mannschaft und danach bei den alten Herren. Er fing auch gleich an zu pfeifen. Zehn Jahre später wurde er Abteilungsleiter Handball und blieb es 22 Jahre lang. Außerdem übernahm er 1980 die Aufgaben eines Klassenleiters und versah sie bis 2018.

1990 vollzog sich ein Generationswechsel im Turnverein. Hans Brunnhöfer als Vorsitzender und Handball-Torwart Michael Sittig als Vize führten den Verein fortan. Später „tauschten“ sie, seit 2002 ist Michael Sittig Vorsitzender und Hans Brunnhöfer war Vize bis März 2018. Gemeinsam mit dem Vorstand planten und bauten die beiden die vereinseigene Sporthalle, die 2011 eingeweiht wurde – ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte.

Aber natürlich führte Hans Brunnhöfer auch ein Leben außerhalb des Vereins. Der Sindlinger legte 1962 das Abitur ab, studierte Biologie und Chemie und promovierte 1968. Das Staatsexamen erwarb er ein Jahr später zusätzlich.

Überhaupt war 1969 ein bedeutsames Jahr. Hans Brunnhöfer heiratete seine Studienfreundin Doris und fing als Ausbilder bei der Hoechst AG an. Er kümmerte sich als Leiter um die Weiterbildung der Angestellten, die vom Facharbeiter bis zum Diplom-Ingenieur reichte. Wegen der nötigen externen Prüfungen pflegte er Kontakte zur Fachhochschule Gießen, an der er auch seit 1983 lehrte, sowie zu den Fachhochschulen Darmstadt und Rüsselsheim. 1988 wurde er zum Professor ernannt. Bei der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (Dechema) begleitete er über viele Jahre die Leitung eines Fachausschusses, in dem alle Fachhochschulen mit Chemie- oder Biotechnologie-Fachbereichen in der gesamten Bundesrepublik vertreten waren. 1997 war er bei der Gründung der Provadis GmbH dabei, die seither als Dienstleister die Aus- und Weiterbildung für die Unternehmen im Industriepark Höchst betreibt.

Nach seinem 70. Geburtstag stellten die Ärzte eine Autoimmunerkrankung der Wirbelsäule bei ihm fest. Nach einer langwierigen Behandlung hatte er sie 2018 weitgehend überstanden. Er war froh, wieder in die Halle gehen und seine Mannschaften spielen sehen zu können. In diesem Jahr jedoch hat ihn der Krebs wieder gepackt. Am Ende half auch Hans Brunnhöfers positive Einstellung zum Leben nicht mehr.  Hans Brunnhöfer hinterlässt Frau, Sohn, Schwiegertochter und zwei Enkel. Er wird am Mittwoch, den 06. November um 12 Uhr auf dem Sindlinger Friedhof beigesetzt. hno

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Badmintonabteilung feiert Schleifchenturnier

Badminton Abteilung veranstaltet Sommerturnier

Schleifchen für die Sieger

Dirk Mettin guckt hochkonzentriert. Mit dem Federball in der einen und seinem Schläger in der anderen Hand, setzt er zum Aufschlag an. In der Sporthalle ist es heiß geworden. „Noch eine Minute“, ruft eine laute Stimme durch die Sporthalle. Dann fliegt der Ball über das Netz. Sofort gibt es einen rasanten Schlagabtausch. Mit peitschenden Schlägen wird der Ball von einer Seite zur anderen geschmettert. Die Sportschuhe der Spieler quietschen laut über den Hallenboden. „Schluss! Aus!“ Auf der anderen Seite des Netzes fallen sich Alexander Stollberg und Franziska Zimmermann triumphierend in die Arme. Die Zeit ist um. Sie haben das Spiel gewonnen.

Bereits zum fünften Mal veranstaltet die Badminton-Abteilung des TV Sindlingen in diesem Jahr ihr sogenanntes „Schleifchenturnier“. Insgesamt 43 Spieler…… Weiter lesen

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Luftakrobatik am Vertikaltuch

Neues Angebot beim TVS

ab dem 18.09.2019 immer mittwochs von 17.30 – 19.00 Uhr in der Turnhalle der Meisterschule, Herbert von Meisterstraße

Das Vertikaltuch gehört zu der vielfältigen Zirkus Disziplin der Luftakrobatik. Die Tücher werden in einigen Metern Höhe aufgehängt und hängen senkrecht herab. An den Tüchern werden Klettertechniken, Figuren, Abwickler, Drehungen, ebenso wie tänzerische Fähigkeiten in der Luft erlernt. Ziel ist es, die verschiedenen Kunststücke vor einem Publikum aufzuführen.
Der Anfänger Kurs ist für Kinder ab 10 Jahren. Es sind keine Vorerfahrungen notwendig. Der Fokus liegt hierbei auf dem Erlernen der Grundtechniken, dazu gehört auch ein ausgedehntes Beweglichkeits- und Krafttrainingsprogramm.
Lust an der Bewegung und das Interesse an der Akrobatik, ebenso wie Leistungsbereitschaft und Disziplin , werden vorausgesetzt.

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Ein Fest für die ganze Familie

Laufen, springen, werfen, futtern: All das bot der große Mitmachtag des Turnvereins Sindlingen. Die Turnabteilung lud zum Kinderstadtlauf ein. Er ging nahtlos über in ein Familiensportfest in der vereinseigenen Halle.

„Wir haben den Kinderstadtlauf vor vielen Jahren eingeführt, um vor allem den Turnkindern ein bisschen Wettkampf zu bieten“, sagt Vorsitzender Michael Sittig. Während sich junge Handballer oder Judoka regelmäßig mit Sportlern anderer Vereine messen, liegen die Gau-Kinderturnfeste recht weit auseinander. Deshalb organisiert die Turnabteilung des TVS jedes Jahr den Lauf. Früher führte die Strecke vom Turnerheim aus um den Friedhof, seit einigen Jahren geht es von der TVS-Halle aus durch die Wingerte.

45 Kinder warteten nach dem gemeinsamen Warmmachen auf den Startschuss. Manche flitzten sofort los, andere ließen es langsamer angehen, die Kleinsten bewältigten die 1,1 Kilometer an der Hand ihrer Eltern oder huckepack. Viele Kinder kannten das schon. Marilena zum Beispiel war schon vor drei Jahren im Alter von 19 Monaten am Start gewesen, hatte die ganze Runde geschafft und den ersten Platz in ihrer Altersgruppe belegt. Diesmal, als Fünfjährige, landete sie im Mittelfeld. Ihr Bruder Angelo (drei Jahre) war zum ersten Mal dabei und lief als Zweiter ins Ziel.

Längst sind nicht mehr nur Turnkinder dabei, sondern auch Nachwuchs aus anderen Abteilungen und Kinder, die bislang nicht im Verein sind. Manche schnauften, die meisten strahlten, als sie unter dem Applaus der Eltern die Ziellinie überquerten.

Kaum zurück an der Halle, war die Anstrengung vergessen. Etliche der Kinder stürmten die Hüpfburg, andere das Kuchenbüffet und wieder andere spielten in der Halle mit Luftballons, Fuß- und Handbällen oder kletterten ein Gestell aus Kästen hoch, um dann über schräg angelegte Matten wieder hinunter zu hüpfen, zu rollen oder Purzelbäume zu schlagen. Die Eltern-Kind-Turngruppen hatten auch ein großes, buntes Schwungtuch dabei, das zum Einsatz kam. Gleichzeitig schlossen sich Kinder, Erwachsene und Senioren im mittleren Teil der Halle gerne Giusy Rizzo beim Zumba an. Der Turnverein bietet vier Kurse in dieser Sportart an, für Kinder, als Fitnesstraining und für Ältere.

Ebenfalls parallel dazu zeigten Handballtrainer im hinteren Drittel den Kindern, wie man einen Ball richtig wirft. Alle halbe Stunde wechselten die Sportarten. „Sie alle sind herzlich eingeladen zuzuschauen und mitzumachen“, sagte Ulrike Grohmann, Leiterin der Abteilung Fitness und Gesundheit, zur Begrüßung. Sie hatte den Tag mit Unterstützung der übrigen Abteilungen organisiert. Anders als beim Fitness- und Gesundheitstag im vergangenen November stellten diesmal alle Abteilungen ihre Sportarten vor. Seniorentänzer lösten die Zumba-Gruppe ab. Wer sich am Country-Line-Dance versuchte, stellte fest, dass dabei viel Konzentration nötig ist. Jugendliche Judoka führten Fallübungen und Würfe vor und ließen es alle, die wollten, auch mal versuchen. Auch Badminton, Gymnastik, Tischtennis, Volleyball und Reha-Sport standen auf dem Plan.

Für die Bewirtung an Ausschank und Grill sorgten wie in anderen Jahren beim Wäldchesfest, die Handballer. In diesem Jahr war das fröhliche Treiben am Dienstag nach Pfingsten ausgefallen, weil das Turnerheim wegen Bauarbeiten nicht zur Verfügung steht. Deshalb entwickelte der Vorstand die Idee des Familiensportfestes. Neben der Werbung für die Vereinsangebote nennt Michael Sittig einen weiteren Pluspunkt: „Wir wollen dazu animieren, dass Eltern etwas gemeinsam mit ihren Kindern machen.“ hn

Die schnellsten Jungen ihrer Altersgruppen waren Nikolas Paul (null bis zwei Jahre), Luke Eickhoff (drei und vier), Luzian Ulrich (fünf und sechs), Igor Cichonski (sieben und acht), Dawid Cichonski (neun und zehn). Die schnellsten Mädchen: Gesa Wollnik (null bis zwei), Johann Tischler (drei und vier), Luisa Erkes (fünf und sechs), Emilia Tischler (sieben und acht), Asmal Bouy (elf und zwölf) und Iman Bouy (13).

 

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Der TVS informiert: Neubau an der Sporthalle

Die Erweiterung der vereinseigenen Sporthalle soll in diesem Jahr beginnen. Der Turnverein Sindlingen baut auf seinem Gelände, links vorm Eingang seiner Sportstätte an der Mockstädter Straße, ein vielseitig nutzbares Haus. Auf rund 200 Quadratmetern ist Platz für zwei jeweils 70 Quadratmeter große Übungsräume, einen Geräteraum und ein Büro. Das wird gebraucht, um den steigenden Verwaltungsaufwand in einer Geschäftsstelle zu bündeln.

Zwischen dem Neubau und dem Eingang zur Halle bietet eine Überdachung Schutz vor Regen und Sonne. Diese Fläche kann bei Bedarf zum Feiern genutzt oder mitgenutzt werden. Die Übungsräume sind als Mehrzweckräume konzipiert. Sie können einzeln oder durch Aufschieben einer Trennwand gemeinsam für Sport, Besprechungen, Lehrgänge oder andere Veranstaltungen genutzt werden. Es ist auch möglich, den überdachten Freiraum einzubeziehen und, etwa durch das Aufstellen einer Getränkegondel, für die Bewirtung zu verwenden.

Die Decke des Erdgeschosses und das Dach des Gebäudes werden so angelegt, dass es bei Bedarf in einem weiteren Bauabschnitt um eine Etage aufgestockt werden könnte. Im Zug der Arbeiten wird ferner in einem weiteren Projekt der geschotterte Vorplatz der Halle ordentlichen Parkplätzen weichen.

Der mittlerweile rund 1100 Mitglieder starke TVS ist nur acht Jahre nach Einweihung seiner Sporthalle schon wieder an der Grenze seiner Raumkapazitäten angelangt. Die Übungsräume sind zu den guten Zeiten, ab 16 Uhr, alle ausgebucht. Durch die zusätzlichen Flächen soll Platz geschaffen werden für neue Angebote, insbesondere im stark nachgefragten Gesundheitssport.

Eine eigene Halle ist eine große wirtschaftliche und organisatorische Herausforderung, die der TVS-Vorstand ehrenamtlich schultert.

Die Pläne sind gezeichnet, die Baugenehmigung erteilt und Zuschüsse beantragt. Wenn möglich, soll der erste Spatenstich im Frühjahr erfolgen.

Am Turnerheim passiert auch einiges

Trotz seiner Baupläne auf dem Gelände der Sporthalle wird der Turnverein Sindlingen nicht auf sein Turnerheim verzichten. Es dient gleichermaßen als Übungs- und Veranstaltungsraum und ist unverzichtbar für den Verein. Allerdings werden sich der Zugang und die Hausnummer verändern.

Der Verein hat die vorderen rund 1000 Quadratmeter des Turnerheimgeländes an einen Bauträger verkauft. Er braucht sie, um darauf und auf den Nachbargrundstücken vier Reihen- und zwei Doppelhäuser zu errichten. Deshalb hat das Vereinsheim künftig nicht mehr die Hausnummer 85a, sondern 85j. Der bisherige Zugang von der Farbenstraße aus entfällt. Er wird um einige Meter nach vorn als gemeinsamer Zugang auch zu den neuen Häusern, in Richtung Ortsmitte, verlegt. Der Zugang von Süden, von der Mockstädter Straße her, bleibt erhalten, ebenso die Sportanlage mit Gras- und Sandplatz sowie Boule-Bahn.

Um den Sportlern mehr Komfort zu bieten, soll neben der vorhandenen Außendusche auch eine Außentoilette angelegt werden. In einem zweiten Schritt will der Verein den Eingangsbereich des Turnerheims im Norden neu gestalten und ein neues Lager schaffen.

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