Das Turnerheim wird bis zum Jahresende dicht gemacht

„Wir haben viele Baustellen gleichzeitig dieses Jahr“, kündigte Michael Sittig in der Hauptversammlung des Turnvereins an. Der Vorsitzende gab vor knapp 60 Mitgliedern einen Überblick über Entwicklungen und Pläne.

Im vergangenen Jahr bereitete die Umsetzung der europäischen Datenschutzverordnung dem Vorstand viel Arbeit. Außerdem machte er sich Gedanken, wie die Mitgliedschaft im Verein attraktiver werden könnte. Ergebnis war die Abschaffung des Kurssystems bei den Gymnastik- und Gesundheitskursen. Statt vereinsfremd gegen Gebühr können Interessierte jetzt nur noch mitmachen, wenn sie eintreten und regulär Mitgliedsbeitrag bezahlen. Alle Angebote für Erwachsene, die nicht Mannschaftssport oder Tanzen sind, gehören jetzt zur neuen Abteilung Fitness und Gesundheit. „20 Leute sind aus-, aber 98 eingetreten“, berichtete Abteilungsleiterin Ulrike Grohmann, dass sich der Schritt als gut und richtig erwiesen habe.

Probleme, mit denen der TVS zu kämpfen hat, sind die abnehmende Identifikation mit dem Verein und die sinkende Bereitschaft, ehrenamtlich mitzuarbeiten. Die Zahl der Ein- und Austritte, beziehungsweise Wiedereintritte ist hoch. Mannschaftssportarten haben Probleme, komplette Teams in allen Jahrgängen zu bilden. Nur durch Kooperationen mit anderen gelingt es, spielfähige Mannschaften zu erhalten. Dabei kristallisiere sich der TVS dank der eigenen Halle als Stützpunktverein heraus, erklärte Michael Sittig.

Manche Abteilungen florierten, andere hätten Existenzprobleme. Hier wolle der Verein versuchen, mehr Kinder und Jugendliche zu gewinnen. Der zunehmende Ganztagsbetrieb an den Schulen erschwert das. Deshalb sollen Kooperationen mit den Schulen verbessert und mehr Werbung für den Vereinssport gemacht werden. Auch sucht der TVS den Erfahrungsaustausch mit anderen Vereinen.

Vor allem aber baut der Turnverein weiter daran, die Raumsituation zu verbessern. Durch den Verkauf des vorderen Teils des Turnerheimgeländes hat er neue Möglichkeiten. „Wir investieren“, erläuterte der Vorsitzende. Der Verein errichtet ein Gebäude mit Übungsräumen und einer Geschäftsstelle an seiner Halle im Süden Sindlingens, Mockstädter Straße. Die Baugenehmigung für das „Sportcenter Sindlingen“ liege vor, die Ausschreibung laufe. Obwohl es schwierig sei, Handwerker zu finden, geht Michael Sittig davon aus, dass der Bau im Sommer beginnen kann. Dabei werden auch der Eingang verlegt und die Parkplätze neu gestaltet.

Auch am Turnerheim wird gearbeitet. Es soll neu an die Versorgungsleitungen angeschlossen, Lagerraum geschaffen und teilweise sollen neue Sanitäranlagen gebaut werden. Der Grund, weshalb es für den Rest des Jahres geschlossen bleibt, ist jedoch ein anderer. Auf dem verkauften Geländeteil haben die Erdarbeiten für den Bau von zwei Doppel- und vier Reihenhäusern begonnen. Eigentlich sollte ein provisorischer Zugang zum Turnerheim von der Farbenstraße her erhalten bleiben. „Das klappt nicht“, sagte Michael Sittig. Deshalb wird das Turnerheim nun dicht gemacht. Die Sportstunden, die dort stattfinden, seien auf die Sporthalle, die Turnhalle der Meister-Schule und das katholische Gemeindezentrum verteilt worden. Bis Jahresende soll der reguläre Zuweg fertig sein. Danach findet der Sport wieder statt wie gewohnt. Beim Feiern allerdings könnte es wegen der Nähe zu den Wohnhäusern Einschränkungen geben.

Weitere Abteilungen sind Turnen, Handball, Badminton, Tischtennis, Judo, Tanzen, Country- und Line-Dance, Volleyball und Basketball. Um die Arbeit, die mit großen Veranstaltungen zusammenhängt, auf mehr Schultern zu verteilen, ist jeweils eine Abteilung federführend: Handballer organisieren den Wäldchestag am 11. Juni, Turner den Kinderstadtlauf am 15. Juni und Badminton die Teilnahme an Ranzenbrunnenfest (7. September) und Weihnachtsmarkt (erster Adventssonntag). Der Termin für die Seniorenweihnachtsfeier ist noch offen.

Trotz der nachlassenden Vereinstreue gibt es immer noch viele Mitglieder, die sich ihrem Verein ein Leben lang verbunden fühlen (wir berichteten). Von ihnen wurden in der Versammlung einige geehrt. Jenny Bocklet, Alica und Dennis Grabitsch, Änne Koch, Joscha Kriegelsteiner, Ralf Riemenschneider und Johannes Sittig sind seit 25 Jahren Mitglieder. Hella Fausel gehört dem TVS seit 40 Jahren an, Peter Bocklet und Ulrich Schlereth seit 50 und Gerhard Witz seit 60 Jahren. Für 70 Jahre Mitgliedschaft dankte Michael Sittig Hans-Jürgen Bocklet, Manfred Bocklet, Norbert Decher, Irmela Gumb, Helene Hoffmann, Rudolf Schiffer, Dieter Stock und Dieter Welz. hno

TVS Ehrungen (v.l.n.r.)

Vorsitzender Michael Sittig, Rudolf Schiffer (70), Dieter Welz (70), Helene Hoffmann (70), Norbert Decher (70), Irmela Gumb (70), Peter Bocklet (50), Hans-Jürgen Bocklet (70), Ralf Riemenschneider (25), Jenny Bocklet (25), Johannes Sittig (25), 2. Vorsitzender Hagen Herrmann und 1. Kassierer Daniel Fribolin.

Foto: Heide Noll

 

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