
Turnverein feiert Einweihung – Frohes, buntes, großes Fest für alle Generationen
Von Jessica Hauff
Eine Piratenhymne erklingt. Kinder mit Piratenkopftüchern laufen ein. Die kleinsten an der Hand ihrer Eltern, bilden sie eine lange Schlange aus kleinen Piraten. Alle tragen das neue T-Shirt des Sindlinger Turnvereins in der Vereinsfarbe Rot. Dann fangen die Kinder an zu hüpfen, zu turnen und zu tanzen. „Wir sind die guten Piraten auf hoher See!“ Und nehmen die neue Halle in Beschlag.
Mit einem großen Fest feierte der Turnverein Ende Mai die Einweihung seiner neuen Sporthalle. Dass so viele Piraten dabei waren, lag am Motto: „Wir entern unsere neue Halle“. Und das wollte sich kaum jemand entgehen lassen. Es war ein Fest der Generationen.
Vorsitzender Michael Sittig begrüßte die Gäste und ging kurz auf den Werdegang ein. Es war ein großes Stück Arbeit, den langjährigen Traum von einer Sindlinger Sporthalle zu verwirklichen. Nur dank vieler ehrenamtlicher Helfer, großzügiger Spenden von rund 60.000 Euro und der Unterstützung Frankfurts wie des Landes Hessen wurde er wahr. Als neuer Mittelpunkt des Vereinslebens wird die Halle eine Bereicherung nicht nur für den TVS, sondern für ganz Sindlingen sein, hofft der Vorsitzende.
Das bunte Programm jedenfalls bot schon mal einen Vorgeschmack auf die vielseitige Nutzbarkeit. Es gab zugleich einen Überblick über das Angebot des Turnvereins. Aus jeder Abteilung beteiligten sich Sportler mit Aufführungen. Vom Mutter-Kind-Turnen über die Handballspieler bis hin zum Tanzsport waren alle dabei.
Die kleinen Turnermädchen und die Mutter-Kind-Gruppe bildeten mit ihrem fröhlichen Tanz einen erstklassigen Einstieg und sorgten für gute Laune. Diese Stimmung spiegelte sich auch im anschließenden Piratentanz der nächst älteren Turner wieder. Die Volleyballdamen ließen Bälle tanzen und begeisterten mit einer Pyramide. Die Tischtennisspieler jagten ihre um einiges kleineren Bälle zu poppiger Musik durch die Halle, die Handballer verwandelten das an sich profane Aufwärmen in eine eindrucksvolle Show. In zwei parallelen Reihen füllten sie die Halle vollständig aus und trainierten mit ihrem Gegenüber Druck- und Wurfpässe, warfen Bälle in die Luft, klatschten und fingen sie wieder auf. So entstand ein überaus lebendiges Gesamtbild. Spritzige Partytänze zeigten danach die Damen und Herren vom Tanzsport. Bei den anschließenden Vorführungen der Turnerdamen kamen sogar die Zuschauer ins Schwitzen. Mit Hanteln, Steppern und Reifen boten sie einen Einblick in das Bauch-Beine-Po- und Pilates-Training.
Dann war noch einmal die Jugend an der Reihe. Die Judogruppe demonstrierte Falltechniken und wie sogar kleine Mädchen ihren erwachsenen Trainer zu Fall bringen können. Die Jugendturner bildeten mit eindrucksvollen Trampolinfiguren und einem feurigen Piratentanz mit Papiersäbeln und Akrobatik einen weiteren Höhepunkt.
Bei all dem Spaß und Sport geriet der Anlass der Veranstaltung aber nicht in Vergessenheit. Ehrengäste lobten den Verein für seine enorme Leistung. Frankfurts Sportdezernent Markus Frank gratulierte im Namen der Stadt und dankte allen Frauen und Männern der Tat, die in über 5000 ehrenamtlichen Stunden mit angepackt hatten. Der Vorsitzende des Sportkreises Frankfurt, Roland Frischkorn, freute sich, dass Sindlingen mit der Sporthalle ein neues Zentrum gewonnen habe, auch wenn es am Rande des Ortes liegt. Karl Heinz Jacob vom Handballbezirk Wiesbaden freute sich über die neue Spielstätte und schenkte dem Verein Handbälle. Vorsitzender Volker Gilbert überbrachte die Grüße des Turngaus Frankfurt und Franz Ilg gratulierte für den Sindlinger Vereinsring.
Krönender Abschluss der Feier war ein beeindruckendes Standbild. Ein rotes Meer von jungen Sportlern breitete sich in der neuen Halle aus und alle zusammen bilden die Buchstaben TVS. „Ihr seid unsere Zukunft“, rief Michael Sittig und bedankte sich bei allen Teilnehmern für die gelungene Veranstaltung. Organisiert worden war sie vom Organisationsteam Kirsten Schiffer, Beatrice Wittwer, Julia Schmidt, Julia Schubert Iris und Mona Bender, Thorsten Faulstich und Thomas Beyer.
Mit Blumensträußen und großem Lob an den geschäftsführenden Vorstand endete das Programm. Das war aber kein Grund, nach Hause zugehen. Im Anschluss gab es in und um die Halle noch einiges zu erleben. Bei Kaffee, Kuchen, Deftigem vom Grill und kühlen Getränken erlebten die Besucher das Vereinsleben von seiner schönsten Seite. Kinder konnten sich auf einer Hüpfburg, beim Basteln und Tischtennisspielen amüsieren. Die Erwachsenen beobachteten das bunte Treiben, betrachteten die vielseitige Ausstellung von Bildern und Spielberichten in der Halle oder saßen gemütlich beisammen.
Veranstaltungen wie diese binden alle Generationen im TVS. Vom Mutter-Kind-Turnen bis zu den ältesten Mitgliedern fühlen sich alle dem Verein verbunden. Und eben das ist es, was ihn ausmacht und zusammen hält und sogar ein so gewaltiges Unternehmen wie den Bau einer eigenen Halle erst möglich macht.







